Die moderne Hypnosetherapie ist eine wirkungsvolle Methode zur Behandlung von Erkrankungen der Seele und von körperlichen Leiden, die ihre Ursache in der Psyche haben. Im hypnotisierten Zustand können unterbewusste Gedanken aktiviert werden, die sonst unerreichbar sind. Die Zahl der Studien aus aller Welt, die den therapeutischen Wert der Hypnose belegen, geht in die Hunderte.
Die Hypnostherapie kann zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden. Typischerweise kommt sie bei psychischen Erkrankungen zu Einsatz, z. B. bei der Behandlung von Ängsten, Blockaden und Depressionen. In solchen Fällen hilft die Hypnose dem Patienten dabei, die in seinem Unterbewusstsein gespeicherten negativen Gefühle und Erinnerungen abzulegen. Weiterhin können Schlafstörungen und Spannungszustände aufgrund der beruhigen Wirkung der Hypnose wirkungsvoll behandelt werden. Doch von bei vielen körperlichen Erkrankungen wird die Hypnosetherapie seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt. So sind in diesem Bereich beispielsweise verschiedene Autoimmunerkrankungen, Allergien, Tinitus und Neurodermitis typische Anwendungsfälle. Darüber hinaus hat die Hypnose als Therapieform positive Effekte auf das Ergebnis von Operationen und bei Krebserkrankungen. Neben all diesen psychischen und körperlichen Erkrankungen gibt es außerdem noch eine Vielzahl anderer Anwendungsbereiche der Hypnosetherapie, zum Beispiel im Zusammenhang mit Selbstbewusstsein oder zur Steigerung der Leistungsfähigkeit in Phasen großer Belastung Hypnosetherapeuten und -therapeutinnen findet man inzwischen in vielen Städten, etwa in Berlin, Köln oder in Frankfurt. Viele Hypnosetherapeuten bieten neben der Hypnotherapie auch Persönlichkeits-Coaching und weitere Therapieformen an (z. B. Paartherapie u. a.).
Ein gemeinsames Merkmal der verschiedenen Hypnosetechniken ist die Beschäftigung des Bewusstseins mit Tätigkeiten, die wenig Aufmerksamkeit erfordern. Die Folge ist, dass seine Gedanken schrittweise immer weniger vom Bewusstsein kontrolliert werden. Im hypnotisierten Zustand sind somit Verstand, Logik und Vernunft eingeschränkt, die Emotionalität wird dagegen stärker wahrgenommen und das Unbewusste kann direkt angesprochen werden. Dadurch können auch Erinnerungen abgerufen werden, die sonst nicht zugänglich sind, z. B. an Situationen, die in Vergessenheit geraten sind. Welche Methode zur Einleitung der Trance am besten geeignet ist, ist abhängig vom Probanden und den näheren Umständen.
Zu Beginn einer Hypnosebehandlung steht grundsätzlich ein vertrauensvolles Gespräch, in dem die jeweilige Problematik und die persönlichen Umstände des Klienten bzw. der Klientin besprochen werden. Es erfolgt außerdem eine Information über die Wirkungsweise der Hypnose. Wenn der / die Klient/in mit der Behandlung einverstanden ist, wird die hypnotische Trance eingeleitet. Dabei spielen sogenannte Suggestionen eine zentrale Rolle, diese können entweder direkt oder indirekt gegeben werden. Die klassische Hypnotherapie basiert auf der direkten Methode: Hierbei gibt der Therapeut dem Klienten direkte Anweisungen. Der Trance-Zustand wird herbeigeführt, indem die Konzentration des Klienten auf eine bestimmte Sache gelenkt wird, wobei nahezu alle Sinne angesprochen werden können. Häufig eingesetzte Methoden sind dabei die Pendel- und die Zählmethode sowie die Augen- oder die Fingerfixationsmethode. Gerne werden zur Unterstützung auch ruhige Musikstücke oder Klangcollagen abgespielt. Mittels klassischer Hypnose können sehr tiefe Trancezustände erreicht werden, die beispielsweise sogenannte Rückführungen ermöglichen. Die moderne Hypnotherapie nach Erickson unterscheidet sich von der klassischen Hypnosetherapie dadurch, dass die Suggestionen größtenteils indirekt gegeben werden. Der Klient hat sozusagen die Wahl, wie er auf die Suggestionen reagiert, z. B. wenn der Therapeut sagt: “Möglicherweise fühlt sich der Boden feucht an oder trocken.”
Der Klient hat somit die Möglichkeit, seine eigenen Bilder und Vorstellungen zu entwickeln. Welche Methode auch gewählt wird, der Klient wird dabei niemals willenlos und kann die Sitzung auch jederzeit abbrechen. Er kann sich außerdem nach der Sitzung an alles erinnern. Wie lange eine Sitzung dauert, hängt von der jeweiligen Thematik ab, im Regelfall kann man von bis zu Stunden ausgehen. Oft reicht eine einzige Sitzung schon zur Bearbeitung des individuellen Problems des Klienten aus. Bei schweren Fällen können bis zu 10 Sitzungen notwendig sein. Ferner ist es möglich, die Hypnosebehandlung in Einzel- oder in Gruppensitzungen durchzuführen.
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